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Die Geschichte von Toni Kunchi!

Die Geschichte von Toni Kunchi!

Toni Kunchi


Seit über 30 Jahren lebe ich auf Curaçao, davon 20 im Viertel Toni Kunchi. Es ist höchste Zeit, mein Licht auf dieses Viertel zu werfen. Reichlich, sagt man. Absolut! Wie kann es sein, dass du blind bist für das, worin du mitten stehst. Wie auch immer, ich hoffe, ihr lest es mit Freude. Solltet ihr planen, nach Toni Kunchi zu kommen, werdet ihr nach dem Lesen der nachfolgenden Geschichte mit einem anderen Blick auf dieses Viertel schauen.

Don Jaime


Jaime Jose Sprock (1904-1994) war ein echter Abenteurer. Er ist sowohl der Urvater von Ponche Kuba als auch von Toni Kunchi. 1924 ging er als Seemann nach Kuba, um ein geheimes Rezept für die Herstellung von Ponche Crema zu erlangen. Ein auffälliges Detail ist, dass auf dem Etikett 1942 steht. Archivstücke geben etwas anderes an und außerdem war der Zweite Weltkrieg in vollem Gange und es durfte nicht wegen deutscher Schiffe vor der Küste gefahren werden. Wie auch immer, er bekam das Rezept in die Hände und mit großem Erfolg wurde Ponche Crema unter dem Namen Ponche Kuba weltweit verkauft. Später verkaufte er das Rezept an die Firma Bols. Von naher Familie habe ich erfahren, dass die Bols-Version bei weitem nicht so gut ist wie das Original.

Sprock hatte einen enormen Handelsgeist und stand auch an der Basis der Antillen‑Amstel‑Brauerei. Der einzige Ort der Welt, an dem Bier aus destilliertem Seewasser gebraut wurde.

De plantage

1939 kaufte Jaime Sprock zusammen mit seinem Schwager Mozes ‘Moi’ Pieters die Plantage Vreugdenberg. Von diesem Moment an sprach man von Toni Kunchi. Woher dieser Name stammt, ist bislang ein Rätsel. Beide Familien nutzten das Gebiet jahrzehntelang als Feriendom, um dem Trubel der Stadt zu entfliehen. An den Wochenenden wurden Feste gefeiert. Die Tochter von Moi Pieters (und somit die Nichte von Jaime Sprock) lebt noch immer in Toni Kunchi. Sie kann sich an Geburtstagsfeiern aus ihrer Kindheit erinnern, als Toni Kunchi noch eine Plantage war. Das Landhaus Toni Kunchi stand auf der anderen Seite am Berg.

De kruiken van Bols


Das kleine Landhaus bestand aus einem Hauptwohnsitz und zwei Lagerhallen. Diese wurden genutzt, um Vorratsflaschen und andere Getränkeartikel des Unternehmens von Sprock zu lagern. Schiffsladungen Bols‑Flaschen kamen hierher, um abgefüllt wieder zurückzukehren. Noch heute werden diese Flaschen aus jener Zeit bei Bau‑ oder Gartenarbeiten gefunden.

De tragedie


1965 wurde die Plantage zersägt und das kleine Landhaus abgerissen. Anfangs verlief der Verkauf schleppend. Als er schließlich lief, ereignete sich 1969 eine wahre Katastrophe. Zunächst gab es den 30. Mai, an dem während des großen Arbeiteraufstands die Geschäfte der Familien niedergebrannt wurden, aber das eigentliche Drama geschah am 10. Oktober desselben Jahres.

Der Sohn von Jaime Sprock, Harold ‘Oy’ Sprock, kam bei einem Zugunglück in Boxtel ums Leben. Er sollte in die Fußstapfen seines Vaters treten, aber das Schicksal entschied anders. Die Hauptstraße in Toni Kunchi und zugleich unsere Straße ist nach ihm benannt.

Van plantage naar een klassieke wijk


Inzwischen hat sich Toni Kunchi zu einem reizenden Viertel mit viel Grün und ländlichem Flair entwickelt.

Die Lage ist sehr zentral und im Handumdrehen ist man in Willemstad oder am Mambo‑Beach. Trotzdem strahlt Toni Kunchi nach wie vor die Ruhe vergangener Zeiten aus.

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publiziert 11-08-2023 / Copyright © Bed & Breakfast Toni Kunchi